Das war ein kräftiger Start

«Werte für den Frieden» – dies war das Thema der Kundgebung der friedenskraft vom 21. September, dem int. Tag des Friedens auf dem Berner Waisenhausplatz. Rund 500 Menschen kamen, ein schöner Erfolg für die junge Bewegung.

Der Ethiker Prof. Thomas Kesselring zerpflückte in einem scharfen und humorvollen Referat die Argumente für eine schweizerische Rüstungsindustrie. Sie werde oft verharmlost, sagte Kesselring – «Waffen allein töteten ja keine Menschen, es brauche dazu immer auch jemanden, der sie bediene.» Diese Ausrede sei albern. «Man produziert keine Gewehre, damit sie niemand benützt!» (Hier der ganze Text des Referats)

Der Basler Friedensforscher und Historiker Dr. Daniele Ganser war trotz der vielen Angriffe gegen seine Person gut gelaunt. Er zeigte, wie die USA, Russland, Frankreich, England und Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gegen das Gewaltverbot der UNO verstossen haben, um ihre Grossmachtpolitik durchzusetzen. «Es ist wichtig», so Daniele Ganser, «Verstösse gegen das Gewaltverbot öffentlich zu kritisieren.» (Hier seine Präsentation)

«Wir möchten, dass das Gewaltverbot der UNO und die Pflicht zur einvernehmlichen Lösung von Konflikten wieder ins politische Bewusstsein kommt», sagte Christoph Pfluger vom Vorstand der friedenskraft.ch.
«Und wir möchten alle Menschen ermuntern, etwas dafür zu tun. Was immer unserem Herzen entspricht. Die einen meditieren, die anderen hängen Fahnen auf, Dritte halten Mahnwachen und andere schreiben Briefe an die Politiker.» Der Verein friedenskraft.ch wolle «nicht gross und mächtig werden. Aber wir möchten, dass die Friedenskraft in uns allen gross und mächtig wird.»

«Wir haben alle ein Gewissen, eine innere Stimme und verbindende menschliche Werte», sagte Ko-Präsident Paul Steinmann, Augenarzt aus Muri. Diese Werte für den Frieden zu stärken und im Alltag anzuwenden sei der Zweck der Kundgebung.

Ko-Präsidentin Sieglinde Kliemen, die den «ZwüscheHalt» leitet, ein Haus für gewaltbetroffene Männer, wies darauf hin, dass Konflikte nur im gegenseitigen Respekt und in Kooperation gelöst werden können. Sie forderte die Teilnehmer der Kundgebung auf, in Konflikten das Verbindende zu suchen und darauf zu bauen.

Sandro Meier, Erfinder und Organisator des Sommerspiels «Wandern für den Frieden», verlieh die Preise für die drei erfolgreichsten Sammler von Friedenspunkten, die am meisten Friedensfahnen gesetzt. Es sind bemerkenswerterweise drei Frauen: Susanna Knutti, Iris Müller und Elisabeth Meier. Sie gewinnen eine professionell geführte Bergtour mit dem Extrembergsteiger Roger Schäli, einen Gleitschirmflug vom Niesen und Geschenkkorb für Wandercracks.

Zwischen den einzelnen Statements begeisterten die Band Liquidrooots und die Sängerin Recha Maria Daengeli die Besucher und die vielen Zaungäste am Rand des Platzes mit ihren Klängen. Den Schlusspunkt setzte Daniel Moser von One Minute for Peace mit einer kurzen Friedensmeditation.

Der Vorstand ist mit dem Anlass sehr zufrieden. In welcher Form der int. Friedenstag im nächsten Jahr begangen wird, ist noch offen. Einerseits wird das Polizeigesetz der Stadt Bern evt. massiv verschärft. Andrerseits waren die Kosten des Anlasses doch enorm, weshalb wir hier unsere Kontonummer für hochwillkommene Spenden erwähnen: CH56 0839 2000 1548 6530 3 (Freie Gemeinschaftsbank, 4002 Basel). Vielen Dank im Voraus.


Es ist uns wichtig, den Anlass wirken zu lassen auch nach diesem Tag. Er wurde gefilmt und kann bald in voller Länge auf unserem Youtube Kanal angeschaut werden. Wir werden informieren, sobald er online ist.